Virtueller Chor
Internationale Chorszene

Virtual Choir

Ein Mitsingkonzert über das Internet

Im digitalen Zeitalter des Web 2.0 können Menschen auf der ganzen Welt problemlos miteinander kommunizieren. Warum also nicht auch gemeinsam Singen? Genau dies macht ein virtueller Chor möglich.

Wie das funktioniert? Menschen aus verschiedenen Ländern finden sich online zusammen und vereinen ihre Liebe zur Musik indem sie gemeinsam singen. Die Besonderheit eines virtuellen Chores ist, dass sich die einzelnen und oft auch wildfremden Sängerinnen und Sänger sowie der Dirigent nicht im selben Raum befinden, sondern über das Internet das Musikstück performen. Durch die internationale Online-Landschaft werden so Millionen Menschen erreicht und aufgerufen mitzumachen.

Der US-amerikanische Komponist und Dirigent Eric Whitacre hat viele Virtual Choirs ins Leben gerufen. Mit einem Aufruf an seine Fans bei einem internationalen und völlig neuen Projekt mitzusingen, startete die innovative Idee, Menschen aus der ganzen Welt über die Musik und mit Hilfe der Technik zu verbinden. Für die Aufführungen der Stücke werden die zugesandten Videos und deren Tonspuren zu einem Chorsatz zusammengefügt.

Zu den ersten umgesetzten Werken gehörte „Lux Aurumque“, welches von 185 Stimmen aus zwölf Ländern gesungen wurde und dem klassischen Chorgesang ohne viel Technik entspricht. Für eine Wintershow im Disneyland California wurde der eigens komponierte Song „Glow“  von 1473 Beteiligten aus allen 50 amerikanischen Staaten uraufgeführt. Andere Projekte, darunter „Virtual Choir 4: Fly to Paradise“, welches mit 5905 Sängerinnen und Sängern entstanden ist, weisen einen deutlich höheren Einsatz technischer Hilfsmittel auf.

Auch der bekannte Pianist und Dirigent Daniel Barenboim hat 2012 zu einem virtuellen „Beethoven-Chor“ aufgerufen. „Beethoven für alle“  hieß das Projekt und vereinte 2432 Videoeinsendungen mit ihren Interpretationen zu Beethovens „Ode an die Freude“ aus der 9. Symphonie. Zusammen mit dem West-Eastern Divan Orchestra erhielt Barenboim für diese Aktion den Radiopreis 2012.

Sicherlich bietet ein virtueller Chor nicht das gleiche Erlebnis, wie im Konzertsaal miteinander zu singen, jedoch aber sicherlich eine spannende Erfahrung, ein Musikstück aus lauter Einzelaufnahmen von verschiedenen Standpunkten zusammenzufügen.

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