Workshop zu Populärer Chormusik © INTERKULTUR
Internationale Chorszene

Rhythmus und Darstellung im Workshop Populäre Chormusik

Über 100 begeisterte Teilnehmer folgten der Einladung des Sängerbundes Hüttenberg-Schiffenberg

Was ist wichtig im Gesang der Populären Chormusik? Und welche Übungen helfen, Rhythmus und Gesang spielend leicht in Einklang zu bringen? Nicht wenige der über 100 Teilnehmer im Workshop der Populären Chormusik in Hüttenberg-Hochelheim waren erstaunt, sich diesen simplen, aber dennoch schwer ausführbaren Aufgaben gegenüberzustellen. Denn unter den Sängerinnen und Sängern ist allgemein die Auffassung vertreten, dass man entweder singen oder tanzen kann. „Beides zusammen erweist sich eher als schwierig“, so eine Teilnehmerin im Workshop. Doch gerade darum ging es im Workshop der Populären Chormusik: ein Gefühl für den Rhythmus zu entwickeln und diesen mühelos in den Gesang einfließen zu lassen.

„In Afrika liegen die Wurzeln der Entstehung der Populären Chormusik“, erklärte Workshopleiter Nicol Matt den Teilnehmern. Im Gegensatz zu den Europäern läge den Afrikanern der Rhythmus im Blut. Und der menschliche Kehlkopf sei ein komplizierter Apparat, der nicht allein zum Sprechen konzipiert ist, sondern gerade für das Singen ein funktionelles Instrument des menschlichen Körpers darstellt, so Matt. In einem ausgewählten Begrüßungslied „Morokeni“ aus Namibia kamen beides, die rhythmischen sowie die gesanglichen Elemente, harmonisch zusammen.

Komplizierte rhythmische Pattern (5/4 und 7/4 Takte), wie beispielsweise aus den Circle-Songs von Roger Treece und Bobby McFerrin dienten den improvisatorischen Elementen als Grundlage. „Das Wichtige an dieser Übung ist“, so Matt, „dass die Teilnehmer möglichst schnell von den Noten Abstand nehmen und nach ihrem Gehör singen können“. Dadurch gelang es den Teilnehmern, sich verstärkt auf die eigene Körperwahrnehmung zu konzentrieren und innerhalb kürzester Zeit entstand in der Gruppe eine einheitliche Formation an Bewegungen.

Improvisation stand in diesem Workshop an erster Stelle. Mit dem Stück „Another Brick in the Wall“ von Pink Floyd arrangierte Nicol Matt die Sänger zu einer Band aus Schlagzeug, elektronischer Gitarre und Bass. Erfreut zeigte sich der Dozent über den großen Anteil an männlichen Teilnehmern, die mühelos Elemente wie Beatboxing und Body Percussion übernehmen konnten. Die textsicheren Damen im Sopran übernahmen die Melodie und durch das begleitende Klatschen der ganzen Gruppe entstand schnell der Eindruck, einer Popgruppe gegenüber zu stehen.

Mit der Unterstützung des Gesangvereins Harmonie Rechtenbach unter der Leitung von Patrick Rudolph erhielt die Übung zur Förderung des kreativen Potentials der Sänger mit dem Popsong „Mambo“ von Herbert Grönemeyer die musikalische Stütze. Am Ende des Workshops hatte man das Gefühl, mit diesen erfahrenen Sängern einen ganz ansehnlichen Chor vor sich zu haben, der Freude am Singen hat und bereit wäre, einem konzertanten Auftritt mit selbständiger Choreografie entgegenzusehen. Selbst die jüngsten Teilnehmer zeigten sich nach vier Stunden konzentrierter Arbeit begeistert.

„Es geht um die Förderung der Chormusik“, so Günter Titsch, Präsident von INTERKULTUR. „Und darum, den Nachwuchs anzusprechen und ihr Interesse am gemeinsamen Singen zu wecken.“ INTERKULTUR trat als Sponsor für den Workshop des Sängerbundes Hüttenberg-Schiffenberg ein.

Workshop zu Populärer Chormusik © INTERKULTUR
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