Verleihung des "Weltfriedenspreis der Chorolympiade", Stuttgart 2006 © INTERKULTUR
Nachruf

Chorlegende Gotthilf Fischer ist verstorben

INTERKULTUR trauert um einen guten Freund und Unterstützer

Gotthilf Fischer, Gründer der Fischer-Chöre und damit einer der bekanntesten und renommiertesten Chorleiter Deutschland, ist am vergangenen Freitag, 11. Dezember im Alter von 92 Jahren verstorben. INTERKULTUR mit Präsident Günter Titsch und Vizepräsidentin Wang Qin trauern um einen guten Freund, der die Organisation seit den Gründungsjahren mit großem persönlichem Engagement unterstützt hat.

Bekannt wurde Fischer durch die von ihm gegründeten Fischer-Chöre, mit denen er über 50 Tonträger aufnahm und mit mehreren goldenen Schallplatten ausgezeichnet wurde. Bereits im Alter von 14 Jahren gründete der leidenschaftliche Sänger seinen ersten Chor und übernahm in den Folgejahren die Leitung verschiedener Gesangsvereine in seiner schwäbischen Heimat.

Fischer blieb auch der Region Mittelhessen und INTERKULTUR-Präsident Günter Titsch über lange Jahre eng verbunden: Schon 1988/89 suchten Gotthilf Fischer und Günter Titsch gemeinsam nach Sänger*innen für einen besonderen Fernsehchor, der in der TV-Sendung "Lieder, die wie Brücken sind" eine ebensolche Brücke in die ehemalige Sowjetunion schlug. In Ungarn bauten sie zur selben Zeit gemeinsam ein deutsch-ungarisches Chornetzwerk auf, aus dem schließlich mit dem 1. Internationalen Chorwettbewerb Budapest 1988 der erste INTERKULTUR-Wettbewerb überhaupt entstand.

Auch bei den im Jahr 2000 gegründeten World Choir Games stand Gotthilf Fischer jederzeit als aktiver Berater und Unterstützer zur Seite und agierte über lange Jahre als offizieller Ehrenbotschafter der World Choir Games.

Für seine Verdienste wurde Gotthilf Fischer 2006 der „Weltfriedenspreis der Chorolympiade“ durch INTERKULTUR und das World Choir Council verliehen. In der Begründung zu diesem Preis heißt es: „Gotthilf Fischer ist seit Jahrzehnten ein Mensch, der mit und durch die Musik Grenzen überwunden und Menschen zueinander geführt hat. Er hat mit seiner Musik geistige Brücken gebaut, damit der ‚Grenzverkehr‘ zwischen den Kulturen, Völkern und Religionen neue Impulse erfährt. In seiner musikalischen Arbeit finden der Gedanke der Akzeptanz und der Achtung vor dem Anderen sowie die Bemühungen um den Frieden in der Welt eindrucksvoll ihren Ausdruck.“ Der Preis wurde ihm durch den ehemaligen Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Dr. h.c. Walter Scheel (†), und INTERKULTUR Präsident Günter Titsch im Rahmen einer Feierstunde in Stuttgart überreicht.

Bis zuletzt unterstützte Gotthilf Fischer auch INTERKULTUR und seine Chorveranstaltungen aktiv. 2015 war er noch als Ehrengast bei den European Choir Games in Magdeburg dabei, wo er mit einem Offenen Singen in der Stadt Teilnehmer*innen, Besucher*innen und Einheimische gleichermaßen begeistern konnte.

Seine Persönlichkeit und sein unermüdlicher Einsatz haben die deutsche Chorkultur – auch international – nachhaltig geprägt. Im Besonderen widmete er sich in seinem Schaffen den deutschen Volksliedern. Mit seiner Fernsehshow „Straße der Lieder“ (bis 2008) holte Gotthilf Fischer Millionen Volksmusik-Fans vor die Bildschirme und ihm wurde zweimal das Bundesverdienstkreuz für besondere Verdienste um das deutsche Volkslied verliehen.

Das ganze INTERKULTUR-Team ist in Gedanken bei seiner Familie und engsten Freunden und wünscht ihnen allen viel Kraft in dieser schweren Zeit!

Verleihung des "Weltfriedenspreis der Chorolympiade", Stuttgart 2006 © INTERKULTUR
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