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Muss man Noten lesen können um im Chor zu singen?

Lernen nach Gehör oder nach Noten: Was ist besser?

Über den Chorgesang

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Viele Menschen, die sich für Chormusik interessieren, fragen sich, ob sie mitsingen können, obwohl sie keine Noten lesen können. Natürlich kann man leicht davon ausgehen, dass dies möglich sein könnte. Schließlich lernen viele Menschen auch ohne musikalische Ausbildung ihre Lieblingslieder mitzusingen - wenn auch mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Es gibt sogar äußerst begabte Sängerinnen und Sänger, die eine wertvolle Bereicherung für jeden Chor wären, aber sie können keine Noten lesen. Allein der Anblick des Notensystems und der darauf verlaufenden Punkte reicht aus, dass sie sich unwohl fühlen.

Dennoch bestehen viele Chorleiter*innen darauf, dass ihre Chormitglieder das Notenlesen lernen. Für die einen geht es um die Disziplin und das komplexe Verständnis, das man dadurch erlangt – welches man vielleicht nicht in jedem Fall braucht, das aber bei komplexen Stücken sehr nützlich ist. Für andere geht es um die Tradition, um sich in das lange Erbe der großen Chormusik einreihen zu können.

Betrachten wir zunächst einmal die Vorteile des Singen Lernens nach Gehör im Vergleich zum Notenlesen. Danach findet Ihr noch einige Tipps für erfahrene Sänger*innen und angehende Chorsingende, die das Noten lesen lernen wollen.

Lernen nach Gehör: Vor- und Nachteile

Die Wahrheit ist, dass man fast jedes Lied nach Gehör lernen kann. Aus diesem Grund versuchen viele Menschen oft erst gar nicht, Noten zu lesen - es scheint zu kompliziert zu sein und keinen großen Mehrwert zu haben. Aus diesem Grund ist das Lernen nach Gehör bei vielen Chorsängerinnen und -sängern sehr beliebt.

Vorteile

Dieser Ansatz hat einige Vorteile, unter anderem:

  • Er schult das Gehör für die Wahrnehmung von Feinheiten
  • Beim Lernen in der Gruppe entsteht ein größeres Gemeinschaftsgefühl
  • Es gibt weniger Dinge, die man mit sich herumtragen muss - und das bedeutet: keine zerknitterten Zettel und schweres Papier in der Tasche
  • Man konzentriert sich stärker auf die Chorleitung und das Singen selbst

Nachteile

Das Nichtlesen von Noten hat aber auch viele Nachteile, unter anderem:

  • Es braucht mehr Zeit, mit der Probe zu beginnen, da man das Stück zuerst anhören muss
  • Man kann nicht immer und überall lernen, indem man zum Beispiel einfach auf das Notenblatt schaut
  • Komplizierte Teile könnten unklar bleiben
  • Die Sänger*innen sind nicht unbedingt immer an derselben Stelle
  • Es fehlt ein gewisses Verständnis für die Musik, das die Proben unterstützen und verstärken kann
  • Sängerinnen und Sängern fehlt es an Fähigkeiten, die über die Chormusik hinausgehen, wodurch es ihnen an wichtiger Erfahrung mangelt

Ist das Lernen nach Noten besser als nach Gehör?

Letztendlich könnt Ihr zwar nach Gehör lernen, aber wenn Ihr wisst, wie man Noten liest, habt Ihr mehr Möglichkeiten. Wenn Ihr jemals in eine Situation kommt, in der Ihr vom Blatt lesen müsst, ist das kein Problem für Euch. Es erweitert Euren Horizont.

Darüber hinaus könnt Ihr die vielen der Vorteile des Lernens nach Gehör wahrnehmen und habt dennoch die Noten als Ausweichmöglichkeit, falls Ihr sie braucht.

Kurz gesagt, es gibt keine Situation, in der Ihr schlechter dran seid, wenn Ihr Noten lesen könnt. Es lohnt sich also, es zu lernen!

Wie man Notenlesen lernt

Jetzt seid Ihr vielleicht davon überzeugt, dass Ihr anfangen solltet, Noten zu lesen. Aber wie macht man das?

Es ist immer eine gute Idee, Unterricht bei jemandem zu nehmen, der es kann. Aber im Zeitalter des Internets gibt es natürlich auch zahllose kostenlose Lektionen, die Ihr für den Anfang nutzen könnt, zum Beispiel in diesem Video).

Während Ihr Euch mit den Elementen der Notation vertraut macht und lernt, wie man sie in schönen Gesang umsetzt, solltet Ihr Euch noch diese wichtigen Punkte merken:

  • Wenn man weiß, wie der Song klingen soll, kann der Text helfen, die richtige Stelle zu finden.
  • Konzentriert Euch zunächst auf die relative Tonhöhe von Noten, z. B. wenn eine Note im Notensystem höher liegt als eine andere, hat sie auch eine höhere Tonhöhe
  • Macht Euch Notizen, wenn Ihr gelernt habt, was ein neues Symbol oder eine neue Abkürzung bedeutet.
  • Konzentriert Euch nur auf Euren Teil des Arrangements
  • Bleibt ruhig, Ihr müsst nicht alles auf einmal verstehen, und Fehler sind Teil der Reise auf dem Weg zur Meisterschaft
  • Üben, üben, üben — genau wie bei allen anderen Gesangsübungen

Was tun, wenn man (noch) keine Noten lesen kann und trotzdem singen will?

Nehmen wir an, Ihr wollt singen, könnt aber noch nicht gut Noten lesen. Was tun?

Natürlich werdet Ihr Eure Fähigkeiten weiter üben wollen, aber bis dahin solltet Ihr nicht aufgeben. Es gibt viele Möglichkeiten, wie Noten Euch trotzdem nützlich sein können, und mit der richtigen Einstellung werdet Sie auch bald lesen können. Wenn Ihr nebenbei weitersingt, kann das sogar eine schöne Verstärkung für Eure neue Fähigkeit sein.

Wenn Ihr im Chor singt und die Noten nicht lesen könnt, denkt daran:

  • Vertraut Eurem Ohr
  • Lasst Euch von den Textzeilen führen
  • Holt Euch nach der Probe Hilfe, um besonders schwierige Stellen zu bewältigen.
  • Macht Euch viele Notizen
  • Bleibt ruhig

Wie Ihr seht, gibt es hier schon viele Überschneidungen mit dem Erlernen des Notenlesens.

Letztendlich gibt es sicher großartige (Chor-) Sänger*innen, die keine Noten lesen können. Aber es ist eine Fähigkeit, die so viele Möglichkeiten und Erfahrungen eröffnet, dass es die Zeit und den Aufwand wert ist. Und wer weiß? Vielleicht wird es Euch eines Tages sogar helfen, zu den World Choir Games zu reisen!?

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