Jugendchor Zürich, Schweiz © INTERKULTUR

Musikalisch wachsen und die Gemeinschaft stärken

Wie die Teilnahme an Wettbewerben Chöre bereichern kann. Interview mit Marco Amherd, Jugendchor Zürich

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In den letzten zwei Jahren standen die Chöre dieser Welt vor großen Problemen. Auftritte, Konzertreisen und Proben mussten ausfallen oder konnten nur virtuell stattfinden. Die Chorwelt steht nun vor der erneuten Herausforderung den Probenalltag wieder aufleben zu lassen und den Weg zurück auf die Bühne zu finden. Doch wie soll dies nach dieser langen Zeit der Stille wieder gehen? Wie kann der Chor wieder zueinander finden und wie den Mut aufbringen wieder an Wettbewerben teilzunehmen? Marco Amherd, Chorleiter des Jugendchors Zürich, hat sich mit seinen Sängerinnen und Sängern wieder auf die Bühne gewagt und am internationalen Chorwettbewerb Vox Lucensis vom 9. - 13. April 2022 in Lucca, Italien teilgenommen. Im Interview berichtet er über diese Erfahrung.

Warum habt Ihr Euch für die Teilnahme an einem Chorwettbewerb
im Frühjahr 2022 entschieden?

In den letzten zwei Jahren sind auch beim Jugendchor zahlreiche Konzerte ausgefallen. Daher fehlte in den Proben manchmal ein konkretes Ziel auf das man hinarbeiten konnte. Der Chorwettbewerb in Lucca hat uns auf verschiedenen Ebenen angesprochen. Zum einen war es für uns möglich, mit dem Zug anzureisen. Zum anderen haben wir auch die musikalische Herausforderung gesucht. Das italienische Ambiente und die Aussicht auf ein paar schöne Frühlingstage haben uns schließlich überzeugt. Obwohl im Frühling eine normale Probenarbeit noch nicht immer möglich war, wollten wir uns der Herausforderung stellen, damit der Chor an dieser Aufgabe und trotz der widrigen Umstände wachsen kann. Ein Wettbewerb fordert einen Chor stets heraus, musikalisch bis in die kleinsten Details zu arbeiten und dabei das gemeinsame Musizieren nicht aus den Augen zu lassen. Daher haben wir uns auch sehr auf die Auftritte der anderen Ensembles gefreut.

Wie lief die Vorbereitung ab? Gab es Einschränkungen
aufgrund der Pandemie?

Die letzten beiden Jahre waren für viele Chöre turbulent. Glücklicherweise konnte der Jugendchor fast ohne Unterbruch musizieren. Wir hatten kurz nach dem ersten Lockdown mit Einzelstimmenbildung begonnen und konnten rasch zu Proben in Quartetten übergehen. Es folgte dann eine lange Phase in Kleingruppen und später das Singen mit Masken. Für den Wettbewerb haben wir Stücke ausgewählt, die wir zum Teil bereits im Repertoire hatten und zum Teil neu gelernt hatten und in Lucca sogar erstmals aufgeführt haben. Ich liebe die Herausforderung und kann darauf vertrauen, dass der Jugendchor solchen Abenteuern gegenüber stets offen ist. 

Wie hat Euer Chor die Teilnahme in Lucca erlebt?
Hat sich der Chor dadurch verändert?

Die Teilnahme in Lucca war für uns eine große Bereicherung. Die vielen Begegnungen mit anderen Chören, die Spannung vor den Wettbewerbsauftritten und die gute Stimmung machten Vox Lucensis zu einem einmaligen Erlebnis. Der Chor ist dadurch nicht nur musikalisch gewachsen, sondern konnte auch den Gruppenzusammenhalt stärken. Die gemeinsamen Zugfahrten, Essen, spontanen Ständchen mit anderen Chören nach den Konzerten sind unvergessliche Erinnerungen, die den Chor für die kommenden Aufgaben stärken und musikalische Höhenflüge erst möglich machen. In den Proben nach dem Wettbewerb habe ich dieses Feuer gespürt und der Jugendchor freut sich schon auf den nächsten Wettbewerb.

Wenn auch Ihr auf der Suche nach einem neuen Ziel für Euren Chor seid, um musikalisch wachsen zu können und den Zusammenhalt Eurer Gemeinschaft zu stärken gibt es bis Ende des Jahres und auch im kommenden Jahr noch ganz verschiedene größere und kleinere Chorevents für Euch. Meldet Euch an und wagt Euch voller Zuversicht gemeinsam wieder auf die Bühnen dieser Welt!

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