© Bruno Seidl
Choir Stories

Eine italienische Liebesgeschichte

geteilt von Grazia Racioppa

Ich habe den Mann, der heute mein Ehemann ist, in einem Chor kennengelernt. Ich war 16 und trat einem Chor bei, in dem er, ein Konservatoriumsstudent, Organist war.

Es war keine Liebe auf den ersten Blick, der Funke sprang erst nach etwa zwei Jahren über. In diesen zwei Jahren lernte ich ihn im Rahmen der Aktivitäten des Chores kennen und schätzte vor allem seine große Leidenschaft und Professionalität, die er trotz seines jungen Alters in alles legte, was er tat.

Etwa zwei Jahre später: Unsere Freundschaft hatte sich weiterentwickelt, von der anfänglichen Schüchternheit, mit der ich ihm, dem Musiker, begegnete, lernte ich ihn auch als Menschen schätzen: spontan, ebenfalls schüchtern, sehr umgänglich, trotz seines Talents. Er bereitete sich auf sein Orgeldiplom vor, und durch eine Reihe von Umständen fand ich mich darin wieder, ihm während der langen Stunden des Studiums als "Registrantin" zur Hand zu gehen. Ich liebte diese Momente. In völliger Stille, nur begleitet von der Musik. Und wie aufgeregt war ich an dem Tag, als er seinen Abschluss machte! Ich war dabei - auch wenn ich nicht seine Registrantin sein konnte - und verfolgte jeden seiner Schritt mit Bangen, ich kannte sie alle auswendig!

Wir haben viel Zeit zusammen verbracht, als Freunde. Wir gingen zusammen aus, und trafen uns natürlich auch für seine Konzerttätigkeiten und die des Chors, dem wir beide angehörten: Tatsächlich waren alle anderen Chorsänger:innen davon überzeugt, dass wir bereits ein „festes Paar“ waren, auch wenn das nicht stimmte. Oder vielleicht haben wir es, im Gegensatz zu den anderen, noch nicht bemerkt. Tatsächlich fanden wir uns dann spontan zusammen, als wäre es die natürlichste Sache der Welt.

Es ist nicht leicht, sich an alles zu erinnern, was seither passiert ist. Die Zärtlichkeit und Schönheit der gemeinsamen Momente, aber auch die Schwierigkeiten, denen wir begegneten... wir heirateten etwas mehr als ein Jahr später, und bald bekamen wir auch unsere einzige Tochter.

Heute, nach 31 Jahren, singe ich immer noch in dem von meinem Mann geleiteten Chor, ja, ich bin sogar die Vorsitzende. Unsere Tochter hat schon vor ihrer Geburt Musik geatmet, sie liebt die Musik wie wir und tritt in die Fußstapfen ihres Vaters und ihrer Mutter: Auch sie singt in einem Chor, wenn auch in einer anderen Stadt, sie hat schon Erfahrungen als Chorleiterin gesammelt, und studiert heute Dirigieren.

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