Chorleiterin vor ihrem Chor © Studi43
COVID-19

Wie man einen Chor nach dem Lockdown wieder aufbaut

Die Stimme wiederfinden und besser als je zuvor auf die Bühne zurückkehren

Dank der großen Bemühungen von Forscher*innen und Gesundheitsexpert*innen kehren viele von uns nun endlich wieder zu den Aktivitäten zurück, die wir während des Lockdowns so vermisst haben. COVID-19 hat uns viel abverlangt, und gerade für Chorsängerinnen und -sänger war es schwer, die Stimme während der langen Pause zu erhalten.

Zum Glück gibt es effektive Wege, durch die man wieder das gewohnte Niveau erreichen kann. Viele Chorsänger*innen und Chorleiter*innen wollen zügig die gleiche Harmonie erhalten wie vor der Pandemie, dabei ist es aber oft schwierig zu entscheiden, wo man eigentlich anfangen soll.

Sehen wir uns einmal verschiedene Strategien an, durch die Chöre wieder zusammenfinden können:

Wie sich ein Chor vom Lockdown erholt

Der beste Weg für einen Chor nach dem Lockdown wieder zurück zur alten Form zu finden, folgt zwei verschiedenen Ansätzen zugleich:

  • Viele Übungen regelmäßig zu Hause machen
  • So viel wie möglich zusammenarbeiten (unter Beachtung aktueller Hygienemaßnahmen)

Weiter unten werden wir uns noch Möglichkeiten anschauen, wie Chorsänger*innen zurück zu ihrer alten Form finden können – einschließlich einiger Übungen für zu Hause. Aber egal, wie gut jede*r Einzelne in einem Chor bei den individuellen Übungen ist – erst wenn alle konzentriert zusammenarbeiten passiert die Magie!

Deshalb müssen Dirigenten proaktiv handeln, wenn es darum geht, ihre Sängerinnen und Sänger wieder zusammenzubringen. Viele Ländern und Kommunen lassen jetzt Öffnungen zu, und das bedeutet mehr Möglichkeiten, sicher zu proben. Wichtig ist dabei aber, niemanden zur Chorprobe zu drängen, wenn er oder sie sich nicht sicher fühlt – sei es, weil diese Person noch nicht geimpft ist oder weil sie andere Bedenken hat.

Wie man seine Stimme wiederfindet

Eines der seltsamsten Dinge während des Lockdowns war es, zu beobachten, wie wenig wir unsere Stimmen benutzt haben. Wer alleine lebt, hat möglicherweise tagelang fast gar nicht gesprochen. Das kann gerade für Chorsänger*innen zu einem großen Problem werden.

Es gibt aber einige effektive Möglichkeiten, mit der Ihr Eure Stimme wieder aufbauen und dabei sogar sicherstellen könnt, dass Ihr besser als je zuvor auf die Bühne zurückkehren werdet. Chorleiter*innen sollten unbedingt dafür sorgen, dass ihre Sänger*innen diese Möglichkeiten wahrnehmen und an sich arbeiten.

Unsere Tipps, Eure Stimme nach der langen Probenpause wieder aufzubauen:

  • Nicht übertreiben: Möglicherweise seid Ihr am Anfang euphorisch, endlich wieder zu singen, sodass Ihr Euch am Ende zu viel zumutet. Einer der wichtigsten Punkte, um wieder in Bestform zu kommen, ist, dort anzufangen, wo Ihr jetzt seid, und nicht an der Stelle, wo Ihr vor dem Lockdown gewesen seid.
  • Ausreichend trinken: Wasser ist das Schlüsselwort. Der Lockdown hat bei vielen zu einem Anstieg des Alkoholkonsums geführt, und jetzt ist es an der Zeit, diesen wieder einzuschränken. Sowohl Alkohol als auch Koffein kann Euch dehydrieren, und das ist nicht gut für Eure Stimme. Um den besten Effekt zu erzielen, trinkt mindestens 3 Liter Wasser am Tag.
  • Regelmäßige Stimmübungen: Wichtig ist, dass Ihr bei Euren täglichen Gesangsübungen am Ball bleibt. Jeden Tag ein bisschen ist viel besser als einmal pro Woche über Stunden zu üben. Denkt dran: Wenn Ihr lange nicht mehr geprobt habt, solltet Ihr langsam anfangen. Ihr tut Euch keinen Gefallen, wenn Ihr Eure Stimme zu sehr strapaziert. Falls Ihr spontan keine Gesangsübungen parat habt, mit denen Ihr anfangen könnt, haben wir im folgenden Abschnitt einige für Euch zusammengestellt.

Wenn Ihr Euch an diese einfachen Richtlinien haltet, werdet Ihr schnell und mit einem guten Gefühl Euer früheres Level des Chorgesangs wieder erreichen.

Übungen für zu Hause, mit denen Ihr jetzt beginnen könnt

Übungen für zu Hause sind unverzichtbar. Sie schaffen das solide Fundament, auf dem Chöre während der Probe aufbauen können.

Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, mit welchen Gesangsübungen Ihr beginnen sollt, dann findet Ihr hier einige, die Euch den Einstieg erleichtern:

  • Dehnübungen für den Hals: Das Aufwärmen der Stimme beginnt damit, den Nacken zu lockern und das Blut im Körper in Bewegung zu bringen. Steht oder sitzt aufrecht und bewegt den Kopf langsam fünf bis zehn Mal von links nach rechts. Neigt dann den Kopf ebenso oft nach oben und unten. Als nächstes rollt Ihr den Kopf rundherum, wiederum bis zu 10 Mal. Ihr könnt auch die Schultern rollen, was Eurer Körperhaltung und Eurem Wohlbefinden zugutekommt.
  • Zwerchfellatmung: Atmet durch das Zwerchfell tief ein und aus, wobei Ihr beim Einziehen der Luft Eure Bauchmuskeln benutzt. Stellt Euch aufrecht hin und atmet langsam ein und wieder aus. Versucht dies ruhig zwei Minuten lang.
  • Gähnen-Seufzen: Atmet nun mit weit geöffnetem Mund ein und durch die wieder Nase aus.
  • Tonleiter summen: Das Summen eignet sich hervorragend, um die Tonhöhe zu üben, ohne die Stimme zu strapazieren. Indem Ihr eine Tonleiter summt, lockert Ihr alles auf und bringt Ohr und Stimme in Einklang.
  • Sirenen: Wenn Ihr zu etwas Anspruchsvollerem übergeht, solltet Ihr mit Sirenenübungen in Gesangsregistern arbeiten. Fangt mit einem einfachen "Ooh"-Ton an, der am unteren Ende Eures Tonumfangs beginnt. Dann gleitet Ihr langsam bis zu Eurer höchsten Tonhöhe hinauf, bevor Ihr wieder nach unten geht. Ihr werdet schnell hören, dass Ihr wie eine Sirene klingt.

Wenn Ihr Eure Stimmbänder pflegt, Eure Stimme durch Übungen für zu Hause wieder aufbaut und schließlich in die Chorproben zurückkehrt, wird Euer Gesang am Ende besser als je zuvor. Und ganz sicher seid Ihr dann sogar bereit für die 11. World Choir Games in Flandern im Oktober und November. Viel Spaß beim Singen, wir freuen uns, endlich wieder Eure Stimmen zu hören!  

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