Hauptplatz

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Im Mittelalter als trapezförmiger Marktplatz angelegt, war er Zentrum des öffentlichen Lebens. Das ist der Hauptplatz heute noch. Hier steht das Rathaus, als Sitz des Bürgermeisters und der Stadtregierung. Alle Straßenbahnen von Graz halten hier. Die wichtigsten Geschäftsstraßen münden in den Platz. Und um das Erzherzog-Johann-Denkmal scharen sich zahlreiche Würstelstände, wo man bei Krainer oder Frankfurter (= Wiener) mit Kren und Senf gerne auf ein Plauscherl zusammensteht.

Im Mittelalter war Graz ein wichtiges Handelszentrum, in dem auch Jahrmärkte und Wochenmärkte abgehalten wurden. Auf dem Marktplatz lebten ausschließlich Bürger, hauptsächlich Händler. Die gestaffelte Häuserfront im Westen des Platzes, durchbrochen von engen Gässchen erinnert baulich noch an das Mittelalter. Unter hölzernen Lauben boten die Händler ihre Waren zum Verkauf. Laubengänge finden sich noch heute an den beiden Luegg-Häusern, von denen das Eckhaus zur Sporgasse dank seiner prächtigen Stuckfassade aus dem späten 17. Jahrhundert einen eindrucksvollen Blickfang bildet. Diesbezüglich macht es beinahe dem Rathaus Konkurrenz, das den Süden des Hauptplatzes beherrscht. Es wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet – ausladend, imposant – um der damals rasch wachsenden Stadt gerecht zu werden.

Über die zahlreichen Marktstände, die mit heißen Würsteln, Milchprodukten, Obst, Eis oder Kürbiskernöl locken, ragt seit 1878 das Brunnendenkmal für den "Steirischen Prinzen" Erzherzog Johann (1782-1859). Nicht von ungefähr steht das Denkmal an prominentester Stelle in Graz. Startete Erzherzog Johann doch vielfältige Initiativen, die die Entwicklung der Steiermark nachhaltig förderten. Der Brunnen zeigt den Habsburger umgeben von vier Frauengestalten. Sie symbolisieren die Flüsse Mur, Enns, Drau und Sann, die durch die damalige Steiermark flossen.

Im Jahr 2002 erfuhr der Hauptplatz eine Neugestaltung durch den Grazer Architekten Markus Pernthaler. Die große freie Fläche vor dem Rathaus schafft Raum, auch für diverse Veranstaltungen, die den Platz zusätzlich beleben. Indirekte Beleuchtung sorgt abends für ein freundliches, warmes Licht, das die eindrucksvollen, farbigen Fassaden besonders zur Geltung bringt.

Übrigens: Als Zentrum des öffentlichen Lebens war der Hauptplatz bis ins späte 18. Jahrhundert auch für den Strafvollzug von Bedeutung. Hier wurden Menschen für kleine Vergehen an den Pranger gestellt, in den Narrenkotter gesperrt oder mussten auf einem hölzernen Esel reiten. Selbst Hinrichtungen fanden hier statt. Allein höher gestellte  Persönlichkeiten hatten das Privileg, im Rathaus geköpft zu werden ...