Landhausinnenhof

Open-Air-Begegnungskonzerte

Ein Stück Norditalien mitten in der Grazer Herrengasse? Fast wie ein venezianischer Palazzo mutet das Landhaus an. Ab 1557 errichtete der italienische Baumeister Domenico dell' Allio einen repräsentativen Bau für die Landstände der Steiermark. Noch heute tagen hier die Abgeordneten des Steiermärkischen Landesparlaments. Nicht nur die Fassade des Gebäudes ist beeindruckend. Vor allem der Arkadenhof im Stil der Renaissance versetzt die Besucher ins Staunen.

Ende des 15. Jahrhunderts entschlossen sich die steirischen Landstände, ihre Landtage nicht mehr in verschiedenen Burgen und Klöstern abzuhalten, sondern in einem eigens dafür errichteten Landhaus in der Hauptstadt Graz. Die ursprüngliche kleine "Kanzlei" wurde im 16. Jahrhundert von "welschen" (italienischen) Bauleuten zum größten Baukomplex der Altstadt erweitert. Den Haupttrakt in der Herrengasse sowie den prachtvollen Innenhof errichtete ab 1557 Domenico dell' Aglio. Er war als Festungsbaumeister aus Norditalien nach Graz gekommen und auch für den Ausbau der Schlossbergfestung verantwortlich. Bewunderung und Staunen erfasst jene, die den großzügigen Landhaushof zum ersten Mal betreten. Arkadengänge über drei Etagen, kupferne Dachspeier aus dem 16. Jahrhundert, die Brunnenlaube aus Bronzeguss – ein Meisterwerk des Manierismus. Dass in diesem Ambiente Feste, Konzerte, Filmvorführungen, die adventliche Eiskrippe ein besonderes Erlebnis bedeuten, ist mittlerweile nicht nur Grazern bekannt.

Im Inneren des Landhauses beeindrucken die barock ausgestalteten Räume. Die Landstube mit einer von Figuren und Wappen geschmückten Stuckdecke von Johann Angelo Formentini, mit den beiden Öfen von Wappentieren bekrönt – dem österreichischen Adler und dem steirischen Panther. Der Rittersaal, dessen Stuckdecke ebenso detailverliebt unter anderem die Tierkreiszeichen zeigt. Und dann ist da noch die Landhauskapelle, 1630/31 errichtet. Nach der Vertreibung des protestantischen Adels 1629 symbolisiert sie mit ihrem Schwarz-Gold gefassten Altar im Stil des Jesuitenbarock, dem Altarbild "Maria Himmelfahrt", den beiden Statuen der Heiligen Katharina und Barbara auch die Rückkehr des Katholizismus in das Landhaus.

Übrigens: Bereits seit 1588 untersagen "Rumortafeln" an den beiden Einfahrten ins Landhaus, in dem Gebäude zu rumoren, Schwert, Dolch oder Brotmesser zu zücken, sich zu balgen und zu schlagen. Vielmehr solle man hier in Worten und Werken bescheiden sein, sonst wird man an Leib und Leben bestraft. Die Verhaltensregeln hängen bis heute hier. So halten sich sicher auch die in diesem Gebäude tagenden Abgeordneten zum Landtag daran...