Schlossberg

Ein Berg mitten in der Stadt

„Songs of Spirit“ Festival

Wer außer Graz kann sich rühmen, mitten in der Altstadt einen bewaldeten wanderbaren – und wunderbaren – Berg zu besitzen? Den Schlossberg.

Eine Burg, die vor über 1.000 Jahren auf einem Felsvorsprung des Hügels stand, gab der Stadt ihren Namen. Aus dem slawischen Gradec für "kleine Burg" wurde später Graz. Und aus der kleinen Burg eine mächtige Festung. 1809 ließ Napoleon sie sprengen.

Geblieben sind der Glockenturm und der Uhrturm als freundliches Wahrzeichen der Stadt.

Der Grazer Schlossberg. Er zieht die Menschen an. Im Frühling mit frischem Grün, den ersten Sonnenstrahlen, im Sommer mit Schatten spendenden Bäumen und Freilicht-Aufführungen, im Herbst mit seiner Farbenpracht, im Winter kann man hier dem Grau der Stadt entfliehen. Und das innerhalb von wenigen Minuten.

Seit 1894 überwindet die Schlossbergbahn bravourös die rund 60% Steigung hinauf zum Schlossbergplateau - neuerdings mit modernen Panoramagondeln. Oben gibt es viel zu entdecken. Den Glockenturm (34 Meter hoch) aus dem 16. Jahrhundert. Im Inneren die "Liesl", die größte Glocke von Graz. Die Kasemattenbühne in den freigelegten Kellerräumen des einstigen Schlosshauptmannhauses. Eine Zisterne, der 94 m tiefe Türkenbrunnen, die mächtige Stallbastei. Sie stammen von Domenico dell' Aglio. Er stand an der Spitze jener norditalienischen Bauleute, die Mitte des 16. Jahrhunderts Graz mit neuen Stadtmauern und den Schlossberg mit einer 400 m langen Festung ausstatteten.

Niemand nahm je diese Festung ein. Auch nicht Napoleon. Doch verlangte er nach einem Sieg über die Habsburger im Jahre 1809 die Schleifung der Festung. Eine großzügige Geldzahlung der Grazer Bürger an die Franzosen konnte den Uhrturm (28 Meter hoch) und den Glockenturm vor der Zerstörung retten. Dreißig Jahre später verwandelte Freiherr von Welden den einstigen Festungshügel in den heute noch erhaltenen romantischen Park mit seinen teilweise sehr südländischen Pflanzen.

Nach unten führen die rund 260 Stufen der Schlossbergtreppe. Oder der gläserne Lift, der im Stollensystem des Schlossbergs endet. Dieses wurde im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzkeller für die Grazer angelegt. Heute gibt es hier neben einer Märchengrottenbahn für Kinder auch den "Dom im Berg", eine Veranstaltungs- und Ausstellungshalle mit modernsten technischen Einrichtungen - und das mitten im Felsen.

Foto: Graz Tourismus