Biografie von Günter Titsch

– Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande
der Bundesrepublik Deutschland-

Alles begann 1990 mit der Gründung des Vereins INTERKULTUR, den Günter Titsch, Jahrgang 1946 und passionierter Chorsänger, zu dieser Zeit ins Leben rief. Als Einwohner der „singenden Stadt Deutschlands“, (Pohlheim bei Gießen), war er der Überzeugung: „Singen im Chor schafft Frieden durch Begeisterung! Gib den Chorsängern einen spannenden Wettstreit auf internationaler Bühne, und ihre Musik wird zu einer alle Grenzen überschreitenden Verbindung zwischen ihren Völkern!“

Sein Beruf als Wirtschafts-, Steuer- und EDV- Berater hatte ihn mit Menschen in vielen Ländern Europas in Kontakt gebracht. Diese Kontakte bildeten nun das Netzwerk des neu gegründeten Vereins, der sich der Etablierung internationaler Chorevents widmete.

Ein erster Internationaler Chorwettbewerb in Budapest 1988 erwies sich als vielversprechender Start. Titsch war von Anfang an überzeugt von der Macht seiner Idee, durch den Chorgesang Brücken in die ganze Welt zu schlagen und singende Menschen aller Erdteile mit Hilfe der Musik zu einer großen Familie zusammen zu führen. Denn das verbindende Element der Begeisterung für den Chorgesang lasse Vorurteile verschwinden, ermögliche grenzübergreifende Freundschaften und schaffe ohne Blick auf Nationalitäten, Ideologien und Religionen  ein lebendiges und friedliches Miteinander über die Musik hinaus.

Günter Titsch und sein international erfahrenes Teams entwickelten die Chorveranstaltungen von INTERKULTUR zur größten und erfolgreichsten kulturellen Veranstaltungsreihe der Welt. Ein herausragender internationaler Erfolg wurde in den 2000er Jahren die Idee der „Chor-Olympiade“ nach dem antiken Vorbild der Olympischen Spiele des Sports. Diese Veranstaltung, die im weiteren Verlauf unter dem  Namen „World Choir Games“ bekannt wurde, übertraf alles bisher Dagewesene  auf dem Feld der Chormusik und ging nach ihrem Start auf Erfolgskurs rund um die Welt: Österreich, Republik Korea, Deutschland, China und die USA waren bis 2012 Stationen dieses einmaligen Events.

Die World Choir Games 2012 im amerikanischen Cincinnati waren die bisher emotionalsten Games dieser erfolgreichen Veranstaltungsreihe. Der nächste Höhepunkt steht den Teilnehmern und dem Team von INTERKULTUR im lettischen Riga im Juli 2014 bevor. Lettland, ein Land mit einer großen Chortradition, wird mit 470 Chören  aus aller Welt  (Stand Anfang 2014) auf die bisher größten Chorfestspiele der Welt blicken können.  

Mit seiner Leidenschaft zur Musik und unermüdlichem Engagement entwickelte Günter Titsch die Organisation INTERKULTUR in 25 Jahren zu einer der führenden Adressen im Bereich internationaler Chorveranstaltungen. Die Wettbewerbe und Festivals setzen heute weltweit Maßstäbe für künstlerisches Niveau und professionelle Organisation solcher Events. Durch die weltweite umfassende Förderung der internationalen Chormusik durch Städte, Provinzen, Ministerien  und Landesregierungen konnten bisher rund 7.000 Chöre mit mehr als 320.000 aktiven Sängerinnen und Sängern aus 100 Ländern an den Wettbewerben teilnehmen. Zum Ende des Jahres 2014 wird INTERKULTUR sein 150. Veranstaltungsjubiläum feiern können.

Für seinen langjährigen ehrenamtlichen Einsatz nicht nur im musikalischen Bereich, z.B. auch als Mitglied des Kuratoriums der Deutschen Sporthilfe, erhielt Günter Titsch eine Reihe von Ehrungen, Preisen und Auszeichnungen. Den KULTURPREIS EUROPA, der seinerzeit vom Bundesminister des Inneren a. D., Hans-Dietrich Genscher ins Leben gerufen wurde, nahm er stellvertretend für den Verein INTERKULTUR im Jahre 2006 entgegen.

Im Juli 2009 wurde sein herausragendes Engagement für den Kulturaustausch der Volksrepublik China auf internationalem Level besonders gewürdigt: Günter Titsch wurde von der südchinesische Hafenmetropole Xiamen (4,6 Mio Einwohner) als einer der ersten Europäer zum EHRENBÜRGER ernannt. Dieser Titel ist in China äußerst prestigeträchtig und  bedeutet für Titsch auch im Hinblick auf die Pflege der deutsch-chinesischen Beziehungen eine besondere Auszeichnung.

Neben zahlreichen Auszeichnungen und Ehrenmitgliedschaften von Vereinen, internationalen Chorverbänden und staatlichen Institutionen erhielt Günter Titsch aufgrund seiner Verdienste als „ehrenamtlicher Kulturbotschafter“ im April 2012 vom Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Joachim Gauck, das BUNDESVERDIENSTKREUZ AM BANDE verliehen. Im Dezember 2012 wurde ihm diese Ehrung vom Ministerpräsidenten Hessens, Volker Bouffier, im Rahmen einer Feierstunde in der Staatskanzlei Wiesbaden überreicht.